Friedemann Veröffentlichung: September 1999 Produziert und arrangiert von Friedemann Witecka |

Friedemann:
akustische und elektrische Gitarren, E-Bass, sequencing and programming
Leidenschaft und Stolz Dies ist die Geschichte von einem, der auszog, seine Heimat (wieder) zu entdecken, und der dabei nicht nur ein neues Zuhause, sondern auch künstlerisch seinen Mittelpunkt gefunden hat. Friedemann Witecka, im badischen Freiburg geboren, hatte Anfang der Siebziger sein Gitarren-Bündel geschnürt und in London nach kreativen Anstößen gesucht. In den achtziger Jahren verschlug es ihn dann nach Stuttgart, wo er sich einen Namen machte als Chef des Biber-Labels, als Talent-Scout und Produzent – vor allem aber mit seiner eigenen Musik: harmoniebetonten, farbenreichen Instrumentalstücken im Kraftfeld zwischen Folk, Kammermusik und Jazz. Mit diesen makellos schönen Klangskizzen schwamm Friedemann hartnäckig gegen den (Pop-) Main-"stream" und setzte so originelle wie wertvolle Akzente in der deutschen Szene. Seine Alben "Indian Summer" (1987) und "Aquamarin" (1990) erreichten sechsstellige Verkaufszahlen und wurden auch in den USA ein Erfolg. Als Friedemann 1997 wieder gen Süden zog und sich mit der Familie und seinem Musikverlag im Dörfchen Bollschweil, im Landschaftsparadies vor den Toren Freiburgs, niederließ, musste er sich erneut als "Selfmademan" beweisen: Es galt, in der neuen Heimat wieder heimisch zu werden, als Mensch wie als Musiker. Friedemann glänzte mit vitalen Live-Auftritten in kleiner Besetzung, knüpfte Kontakte ins Elsass zu alten Gefährten aus "Indian Summer"-Zeiten; ein neues Studio mit State-of-the-Art-Technik bot ihm schließlich die geeignete Plattform, seiner Leidenschaft für Melodie und Klang nachzugehen. Mit der neuen CD "Passion and Pride" hat sich für Friedemann nicht nur geografisch ein Kreis geschlossen. 1995 hatte er noch das vielschichtige, üppig arrangierte "Legends of Light" aufgenommen, ein Konzeptwerk, das sich der Keltenlegende um die Belchenberge am Oberrhein widmete und quasi träumerisch den Umzug ins Südbadische vorweg nahm. Eigentlich naheliegend, dass er hier weitermachen würde. Die Kompositionen auf "Passion and Pride" indessen schlagen einen weiteren Bogen zurück. In ihnen spiegeln sich wieder das sensible Flair und die Leichtigkeit von "Indian Summer" wie auch die melodische Dichte und die Arrangierkunst von "Aquamarin". Und doch ist diese Musik ganz und gar eigen, ganz und gar von heute – in ihrer Klarheit und Entspanntheit, ihrer fesselnden Klang-Power, ihrer Gratwanderung zwischen getragenem Ernst und subtilem Witz. Eine Musik, die Bilder im Kopf entstehen lässt, die sich so schnell nicht wieder davontrollen wollen. Mit "Passion and Pride" beweist Friedemann wieder einmal, welch kompromissloser Studioperfektionist er ist. Gleichzeitig ist es sein erstes Album, das quasi aus einer Live-Konstellation heraus entstanden ist und von einer solchen profitiert.
Friedemanns derzeitige konzerterprobte Band – die Elsässer Philippe Geiss (Saxofon) und Emmanuel Séjourné (Vibraphon, Marimba) sowie der nordbadische Perkussionist Markus Faller (im Foto v. l. n. r.) – hinterließen deutliche Spuren mit ihren Instrumentalbeiträgen wie auch als Autoren. Und der Gastauftritt des Folk-Urgesteins Klaus Weiland in dem Stück mit dem vielsagenden Titel "Two ageing Matadores talking" dürfte nicht nur für alte Friedemann-Fans eine Freude sein.Apropos Freude für alte Fans: Das Titelstück "Passion and Pride" ist bereits sieben Jahre alt. Die Urfassung (mit Gesang) befand sich 1992 auf dem Album "Les Plaisirs de la Vie", das Friedemann gemeinsam mit seinem Freund, dem französischen Barden Goun, aufnahm, und hieß damals noch "Tango Tagueur". In den letzten Jahren wurde der Titel zu einem umjubelten Höhepunkt von Friedemann-Konzerten. Wer die ausgefeilt-dynamische Überarbeitung für diese neue CD hört, der begreift, welchen Entwicklungsschritt Friedemann nach vorn getan hat, indem er sich auf seine alten Qualitäten besann.
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Titel: Describing a
Village (M. Faller) |
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