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"Es war einmal ein kleiner Folksänger, der als junger Bursche sein Zuhause in einer kleinen Stadt in Alemannien verließ und in die Welt hinauszog."
So oder so ähnlich beginnt die Geschichte von Friedemann, der erst Mitte der Neunziger, nach drei Jahrzehnten, wieder in seine Heimat am Fuße des Schwarzwalds zurückkehrt. Seither ist viel geschehen. Aus dem jungen Burschen ist ein Kosmopolit mit Heimatbindung und ein Familienvater geworden, ein Gitarrist und Komponist, ein Musikverleger und -Produzent, ein Geschäftsmann und... ein Erzähler.
Nach dreißig Jahren Wanderschaft hat Friedemann viel mitgebracht und einiges geschaffen. Zum Beispiel 16 Tonträger, CDs und LPs, die seinen Namen tragen. Manche wurden kaum beachtet, andere brachten weltweite Erfolge, sodass seine Musik mittlerweile auf Millionen von CDs zu hören ist.

Nach einem Konzert in Brüssel im Jahre 1990 sagte Friedemann zu einen belgischen Radiojournalisten, dass er nicht wirklich verstünde, warum seine Musik so viel Erfolg habe. Denn schließlich gäbe es Komponisten und Musiker von ganz anderem Kaliber. Der Radiomann antwortete: Aber du erzählst die besseren Geschichten!
So nennt Friedemann sein neues Album: »Short Stories«.
"Beim Komponieren wie auch später beim Produzieren habe ich immer Bilder vor mir, die entweder schon vorher da waren oder während der Arbeit entstehen", sagt Friedemann. "In diesen Bildern spielen sich Geschichten ab. Mal entspringen sie meiner Phantasie, wie z. B. in »The Samurai
Who Decided To Die«, mal inspirieren mich Märchen, wie »The Rusty Knight« oder »The Queen Bee«
– die Bienenkönigin (ein Grimms-Märchen). Und es fließen eigene Erlebnisse ein wie die melancholische Ruhe eines Sommerabends (»One Summer Eve«) oder die Begegnung mit »The Lady
From Yonder Hill«. So hat jedes Stück eine Geschichte, und so ist das ganze Album eine kleine Sammlung von Geschichten - Kurzgeschichten, Short Stories.
Seit 1998 ist das Projekt Friedemann zu einem festen Ensemble zusammengewachsen, das sich auch regelmäßig auf den Konzertbühnen präsentiert. »Friedemann« ist damit zum Namen einer Band geworden. Sie besteht aus zwei Perkussionisten, dem Straßburger Musikprofessor
Emmanuel Séjourné (Vibraphon, Marimba) und dem Ausnahme-Schlagwerker
Markus Faller, sowie dem elsässischen Saxophon-Künstler Philippe Geiss
– und aus Friedemann an der Gitarre natürlich.

Da diese Persönlichkeiten auch alle komponieren, steht ein großer Talent-Pool zur Verfügung, der den musikalischen Horizont dieser CD erheblich erweitert und die stilistische Unberechenbarkeit
– schon immer ein Markenzeichen von Friedemann - ebenso konsequent wie charmant weiterentwickelt. "Kammer Pop" hat er das in Ermangelung eines besseren Terminus schon vor Jahren genannt.
Außer den Stammspielern wirken auch einige Gäste mit. Besonders anregend war die Session mit
Dieter Burmester, dem Entwickler und Hersteller von High-End-Geräten, nominiert für den Unternehmer des Jahres 2002. Burmester spielt auf »The
Sleeping Princess« Gitarre. Hier haben sich zwei Klangfanatiker zusammengefunden: der Techniker und der Romantiker, und beide sind besondere Meister ihres Fachs.
Henrik Mumm (Anne Wylie Band) spielt Kontrabass auf »The Samurai
Who Decided To Die«, Ingo Rau (Musikproduzent) spielt e-bass auf »The Lady
From Yonder Hill«, und Kurt Eisfeld (Dozent an der Stuttgarter Musikschule) bringt auf einigen Titeln exquisite elektronische Sounds ein. Die Sängerin und Schauspielerin
Alina Lieske schließlich leiht der kleinen Löwin (»The Little Lioness«) ihre Stimme.
Die Tonmeisterei besorgen zwei mit Lorbeeren überhäufte Spezialisten: Adrian von Ripka (Winter&Winter) und
Johannes Wohlleben (Bauer Studios). Das Mastering kommt aus Günter Paulers Northeimer Edelklangwerkstatt. Übrigens hat eben jener
Günter Pauler im Jahre 1977 Friedemanns erste LP produziert und auf seinem Label Stockfisch veröffentlicht. 26 Jahre ist es her. Es war einmal ein kleiner Folksänger...
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